Madagaskar-Terrarium für P. laticauda

Wer den Ehrgeiz verfolgt ein Madagaskar-Terrarium zu gestalten, benötigt Ausdauer, Geduld und eine gewisse Freude oder Faszination dafür, um sein Vorhaben nicht zu schnell aufzugeben. Ich habe mich bei der Gestaltung meines Terrariums auf die Suche nach entsprechenden Pflanzen begeben, und das Terrarium entsprechend eingerichtet.

Aller Anfang ist schwer. Allein die Recherche darüber sich einen Überblick über Namen und Herkunft zu verschaffen, um die passende Bepflanzung herauszusuchen, ist unglaublich langwierig und aufwändig. Um anderen Madagaskar-Terrarien-Einsteiger ein wenig unter die Arme zu greifen, möchte ich hier meine Pflanzen im einzelnen auflisten. Auch, um selbst zu verhindern, dass mir der ein oder andere lateinische Name abhanden kommt. Ich werde bei Bedarf diese Liste erweitern.

1) Dracaena reflexa, 2) Asplenium nidus, 3) Angraecum distichum, 4) Kalanchoe uniflora, 5) Hypoestes phyllostachya, 6) Athyrium Spec, 7) Tectaria Zeylanica, 8) Euphorbia leuconeura

Asplenium nidus (Nestfarn)
Actiniopteris australis
Hypoestes phyllostachya (grün/weiß und pink)
Athyrium Spec
Tectaria Zeylanica
Angraecum distichum
Kalanchoe uniflora
Euphorbia leuconeura
Dracaena reflexa

Nicht im Übersichtsfoto:

Aerangis mystacidii
Begonia Bogneri
Medinilla sedifolia
Rhipsalis baccifera mauritiana

Asplenium nidus (Nestfarn)

Asplenium nidus als kleine und große Pflanze. Eigentlich wächst sie epiphytisch

Ich habe gleich 2x Asplenium nidus in meinem Terrarium. Einmal als ganz kleine Pflanze, einmal als große, die direkt dahinter gesetzt wurde.
Asplenium nidus, auch Nestfarn genannt, gehört zur Familie der Streifenfarngewächse (Aspleniaceae). Eigentlich ist diese Pflanze epiphytisch, was bedeutet, dass sie auf anderen Pflanzen und nicht direkt auf der Erde wächst. Aufgrund der mangelnden Höhe meines Terrariums und dem schnellen Wachstum dieser Pflanze, musste ich sie in das Bodensubstrat pflanzen. Wähernd die große Pflanze sichtliche Verbrennungen aufweist, gedeiht die kleinere recht gut. Die schönen glatten Oberflächen dienen P. laticauda als tolle Kletter- und Sonnengelegenheit. Meine P. laticauda laticauda schläft sehr gerne zwischen zwei aneinander liegenden großen Blättern der Pflanze.


Actiniopteris australis

Actiniopteris australis ist kleinbleibend und besitzt eine palmähnliche Wuchsform

Actiniopteris australis ist ein kleinbleibender Farn in palmähnliche Wuchsform (Wedel). Wie alle Farne mag er kein direktes Sonnenlicht und eignet sich daher als Bodendecker im Schattenplatz. Leider kam mein Actiniopteris australis in einem schrecklich kümmerlichen Zustand bei mir an, was wohl der unerwarteten langen Lieferzeit aufgrund der Corona-Krise geschuldet war. Bislang gedeiht die Pflanze bei mir eher mäßig, was bedauerlich ist, da sie nicht so leicht im Handel zu beziehen ist. Von ihrem Namen darf man sich im Übrigen nicht in die Irre führen lassen. Zwar steckt australis im Namen, heimisch ist sie aber in Madagaskar.


Hypoestes phyllostachya (grün/weiß und pink)

Hypoestes phyllostachya (Hüllenklaue) ist nicht nur ein echter Blickfang, sondern auch eine wirklich anspruchslose Pflanze, die quasi „von selbst“ gedeiht. Sie ist ein eifrig wachsender Bodendecker und in verschiedenen Farbvarianten erhältlich. Bei mir habe ich sie einmal in weiß/grün und einmal pinkgefleckt im Terrarium. Sie hat in kurzer Zeit schon ein beachtliches Wachstum gezeigt und treibt immernoch eifrig aus. Früher war Hypoestes phyllostachya eine echte Mode-Zimmerpflanze. Heute ist sie leider ein wenig aus der Zeit gekommen, lässt sich aber noch relativ einfach im Handel ergattern.


Athyrium Spec

Athyrium Spec kommt optisch wohl am besten dem Ideal-Farn nahe, wie er in unseren Köpfen steckt. Mit nu 15cm Wuchshöhe passt er in jedes Phelsumen-Terrarium

Athyrium Spec gehört zu der Gattung der Frauenfarne (Athyrium), die etwa 180 verschiedene Arten umfasst. Diese Sorte ist kleinbleibend und wird selten über 15cm hoch. Ins Bodensubstrat gepflanzt wächst sie im halbschatten zuverlässig.


Tectaria Zeylanica

Tectaria Zeylanica verträgt keine direkte Sonne. Im Licht verbrennen die Blätter schnell

Tectaria Zeylanica ist zwar vorallem in Indien und China beheimatet, allerdings gibt es auch Aufzeichnungen die die Pflanze in Madagaskar lokalisiert haben. Grundsätzlich braucht Tectaria Zeylanica einen schattigen Standort. Zu viel Sonne tut ihr nicht gut und verbrennt die Blätter sehr schnell.


Angraecum distichum

Angraecum distichum ist eine Orchideenart, die wunderschöne kleine weiße Blüten hervorbringen kann. Ihr Lichtbedarf ist nicht sonderlich hoch. Sie ist in fast ganz Afrika beheimatet und wächst vorzugsweise auf großen, immergrünen Bäumen in dichten Regenwäldern, wo sie nie direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Sie lässt sich sowohl in Substrat pflanzen, als auch aufbinden. Bei mir wächst sie an einer Wurzel angebunden ohne jedes Substrat.


Kalanchoe uniflora

Kalanchoe uniflora gehört zur Gattung der Kalanchoe in der Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae). Sie wächst epiphytisch, was bedeutet, dass sie auf anderen Pflanzen und nicht direkt auf der Erde wächst. Dadurch eignet sie sich sehr gut, um an Wurzeln oder Bambusröhren angebunden zu werden. Sie bildet rot bis purpurne hängende Blüten, die eine Größe von etwa 1-2 cm erreichen. In ihrer Haltung ist sie recht anspruchslos und wächst unter den Bedingungen innerhalb des Terrariums recht schnell.


Euphorbia leuconeura (Spuckpalme)

Euphorbia leuconeura kann eine stolze Höhe von 180cm erreichen – allerdings wächst sie recht langsam

Euphorbia leuconeura, auch Spuckpalme genannt, gehört der Gattung Wolfsmilch (Euphorbia) aus der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) an. Sie kann eine Höhe von 180cm erreichen und wird im Handel als Zimmerpflanze oftmals unter dem Namen „Madagascar-Juwel“ vertrieben. Sie mag einen schattigen bis halbschattigen Standort. Ihr Milchsaft ist, wie bei allen Wolfsmilchgewächsen, giftig.


Dracaena reflexa

Dracaena reflexa ist fast so etwas wie der Bromelien-Ersatz im Madagaskar-Terrarium

Dracaena reflexa zählt zur Gattung der Drachenbäume (Dracaena) in der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae). Sie eignet sich wunderbar als größere Pflanze im Madagaskar-Terrarium und bildet bei mir gemeinsam mit Asplenium Nidus die großen bekletterbaren Flächen für meine P. laticauda laticauda. Ich hatte mich bei der Beschaffung für eine Hydrokultur entschieden, die das Einsetzen in das Substrat sehr einfach gestaltet hat, nachdem ich sie aus ihrer Kultur befreit habe. Ihre Blattachsen bieten wunderbare Kelche aus denen die Tiere das Wasser nach der Beregnung trinken können. Außerdem können die Blattachsen als Eiablageorte genutzt werden.


Aerangis mystacidii

Aerangis mystacidii mag keine direkte Sonne und sollte aufgebunden werden

Aerangis mystacidii ist eine kleinbleibende Orchidee, die im Herbst 1-4cm große weiße Blüten bilden kann. Sie eignet sich wunderbar zum Aufbinden, sollte aber nicht in der prallen Sonne stehen. Wie alle Orchideen mag sie keine Staunässe, genießt aber eine feuchte Umgebung. Ihre Blätter haben eine Größe von etwa 8-9cm. Um ein zu schnelles austrocknen zu verhindern, habe ich sie mit etwas Moos aufgebunden.


Begonia Bogneri

Begonia Bogneri gehört zu den kleinsten Begonien der Welt und wächst im Terrarium am besten aufgebunden

Begonia Bogneri gehört zu den kleinsten Begonien der Welt und hat ihren Namen dem ehemaligen Inspektor des Münchner Botanischen Gartens, Josef Bogner, zu verdanken. In den 1960er Jahren entdeckte er diese grasähnliche Pflanze auf eine seiner Studienreisen in Madagaskar. Im Terrarium wächst sie am besten aufgebunden mit etwas Moos, nicht unter direkter Sonneneinstrahlung. Neben ihren grasähnlichen Blättern bildet sie zudem zarte kleine rosafarbige Blüten.


Medinilla sedifolia

Medinilla sedifolia eignet sich wunderbar um Seiten- und Rückwände zu begrünen, doch auch aufgebunden an einer Wurzel macht sie etwas her

Medinilla sedifolia ist eine wunderschöne kleine hängende sukkulente Pflanze, die ohne ihre markanten magentafarbigen Blüten auch schnell mit einer Peperomia verwechselt werden kann. Sie eignet sich wunderbar als Begrünung von Seiten- oder Rückwände, macht aber auch mit etwas Moos an einer Wurzel hinabhängend etwas her. Sie ist recht kleinbleibend und im Terrarium leicht zu halten.


Rhipsalis baccifera mauritiana

Rhipsalis baccifera mauritiana gehört zu den Kakteengewächsen – ist aber dennoch im tropischen Madagaskar zu finden

Die Gattung Rhipsalis stammt ursprünglich aus Mittel- und Südamerika. Nur Rhipsalis baccifera ist ebenfalls in Afrika, Madagaskar und der gesamten Karibik verbreitet. Zu den dort zu findenen Unterarten gehört auch Rhipsalis baccifera mauritiana. Obwohl in tropischen Gebieten zu finden, gehört Rhipsalis baccifera mauritiana zu den Kakteengewächsen (Cactaceae). Diese epiphytisch wachsende Pflanze ist sehr anspruchslos und lässt sich einfach aufgebunden im Terrarium unterbringen.

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